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Dabei war bei dem starken Wind gar kein richtiges Fortkommen möglich. Der Wind drückte einen zurück. Man ging drei Schritte weiter, kam aber reell nur einen vor. Wann sollte ich denn so in Busen ankommen?

Zeitverloren und in Träumerei an Anje-Marie arbeitete ich mich weiter vor. Stück für Stück des Weges. Manchmal quälte mich der Gedanke, dass man nur einen Hund in solchen Zeiten aus dem Haus trieb. War ich denn ein Hund? Nein, der war ich nicht! Aber ein Stallknecht! Und der hatte seinem Regenten zu gehorchen. Immerhin hatte ich in seinem Stall eine wärmende Koje, dabei ausreichend zu essen und regelmäßig etwas Geld, welches ich sparsam beiseite legte. Aber heute kam mir so manches Mal in den Sinn, von dem Gutshof fortzugehen und woanders mein Glück zu suchen.

Bei diesem Gedanken blieb ich meist stehen, denn dieser fuhr mir geradezu wie ein Blitz in Mark und Bein. Doch sobald ich diesen Gedanken verworfen hatte, war die Anspannung vorbei und ich konnte langsam weitergehen.

So kam ich nach langer anstrengender Wanderung, durch eiskalten Regen und stürmischen Wind, nun zu der Furt, wo ich vom Land übers Watt zur Insel musste - so lange noch Ebbe war, doch das Hochwasser kam heute früher und mächtiger zurück als üblich. Der Mond trat bereits am Himmel empor, da der Tag kurz und es bereits spät geworden war. Nachdem ich schon so weit übers Watt lief, dass ich hinter mir das Ufer nicht mehr erblicken konnte, umschloss das Wasser meine geschwächten Beine, zerrte an meiner Kleidung und zog mich langsam aber sicher in einen Priel hinein und dann - durch die starke Strömung - hinaus aufs Meer. Jetzt war ich dem Unwetter ausgeliefert, erbarmungslos, und ich kämpfte nun mit aller menschlichen Macht im Sturm gegen die tobende Brandung an.


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