Wattenmeer


Das Watt lebt!

Wattwürmer, Seepocken, Miesmuscheln, Strandschnecken und Strandkrabben sind die oft unverborgenen Zeugen des Wattenlebens. Die "Biomasse", der verborgene Teil also, welches im Schlick seinen Lebensraum gefunden hat, ist dem Auge meist unsichtbar.

Es gibt auf der Welt kaum ein anderes Gebiet, wo derart dicht biologisches Leben sich auf engstem Raume drängt. Auf einem Quadratmeter Schlickwatt kommen einhunderttausend Tiere, darunter Wattschnecken und Schlickkrebse mit dem höchsten Anteil hieran. Von den unzähligen Wattwürmern sieht man meist nur deren Kringel, die sie hinterlassen, wenn sie den Sand, den sie zur Nahrungsaufnahme nutzen, aufgesaugt und anschließend wieder ausgestoßen haben. Die Strandkrabbe, die sich blitzschnell rückwärts im Sand einbuddeln kann, wandert zum Überwintern im Herbst in das tiefere Nordseewasser zurück. Es ist auch die Laichzeit der Weibchen, die dann hunderttausende Eier ablegen. Von Zeit zu Zeit legt diese Krebsart, wie die meisten anderen auch, ihren Panzer ab, um einen neuen zu bilden. So kann man solche verlassene Panzer hin und wieder am Strand finden. Der Einsiedlerkrebs dagegen nutzt leere Schneckengehäuse als Panzer und Wohnstatt für sich, er selbst bildet keinen eigenen. Da er im laufe seines Lebens größer wird, muss er sich von Zeit zu Zeit neue Schneckenhäuser suchen.

Zu den Krebsen, Muscheln und Schnecken gesellen sich die Krabben hinzu, die zur Familie der Garnelen gehören. Da diese sich gerne in Küstennähe aufhalten, sind diese auch schon mal im Flachwasser der Priele zu finden. Von den Fischern auf See mit ihren Kuttern gefangen, werden sie gleich auf der Fahrt noch gekocht und frisch als Delikatesse nach der Fangfahrt verkauft. Oder sie wandern zu den großen Fischbetrieben, wo sie dann ausgepult werden (meistens im Ausland, der billigen Arbeitskräfte wegen) und man diese dann zu verschiedenen Gerichten zubereitet.

Zu den besonders schönen Geschöpfen des Wattenmeeres gehört der Seestern und der Strandigel mit ihrem bizarren Aussehen. Bei genauerer Betrachtung ist selbst die Qualle eine Meeresschönheit, welche in den warmen Sommermonaten zu Massen das strandnahe Wasser bevölkern und zum Leid der Urlauber werden, da die Berührung mit der Spezies "Feuerqualle" nachhaltige unangenehme Erinnerungen hinterläßt, den brennenden Schmerz. Dieser wird durch Berührung mit dem Gift, welches sich in kleinen Kapseln an ihren vielen Fäden befindet, ausgelöst. Die Kapseln bersten bei der kleinsten Berührung und geben dann ihr Gift frei.

Die Muscheln gehören zu den wichtigsten Nahrungsgebern im Meer. Die unglaubliche Vermehrungskraft einer laichfähigen Muschel beträgt bis zu 36 Millionen Eier im Jahr.

Ob Mies- oder Herzmuschel, ob Plattmuschel oder Auster, viele Muschelarten lassen sich im Watt entdecken, dennoch leben die Muscheln meist unterirdisch.

Wenn der Wattwanderer im Schlick eine kleine Wasserfontäne aufspritzen sieht, dann kann er sicher sein, das unter der Oberfläche eine Sandklaffmuschel steckt, die das in ihrem Sipho enthaltene Wasser herausspritzt.

Zu den Fischarten, die im Wattenmeer vertreten sind, gehört vor allem der Plattfisch. Zu dieser Spezies zählt die Seezunge, der Gold- und der Steinbutt, die Sandscholle und der Flunder. Andere bekannte Fischarten wie die Makrele, der Butterfisch, die Meeräschen und die Aale, die aber nicht zu der Spezies Plattfische gehören, befinden sich ebenfalls in dieser Meereswelt.

Wie die Strandkrabbe, ziehen die meisten Fische zum Beginn des Winters hin, in das tiefere und wärmere Nordseewasser. Dann kommen sogar die Dorsche bis in das Wattenmeer hinein. Die Meeräsche ist der Vegetarier unter den Fischen. Sie lebt ausschließlich von pflanzlicher Nahrung.

Zu den Pflanzen des Wassers gehört beispielsweise das Seemoos und die verschiedenen Algenarten, wie die Darmalge. In Ufernähe, oder direkt am Ufer, findet man das Schlickgras, den Queller, den Meersenf sowie den Strandflieder und den Strandhafer. Der Naturfreund kann aber noch unzählige andere Pflanzenarten mehr entdecken und der (Hobby-)Fotograf so manches farbenfrohes und sehenswertes Fotomotiv.

In einigen Bereichen des Wattenmeers, auf den Sandbänken, tummeln sich Seehunde und Robben. Wenn Flutzeit ist, gehen sie auf Fischfang. Bis zu 30 Fischen (etwa fünf Kilogramm Nahrung sind das) braucht ein Seehund täglich. Das ist eine große Menge, weswegen Seehunde bei den Fischern nicht sehr beliebt sind. Seehunde treten ebenso wie Robben in Rudeln auf. Die Kegelrobbe kann sogar bis zu drei Meter lang werden. In Aufzuchtstationen werden die mutterlosen Seehunde, die "Heuler" aufgezogen. "Heuler" nennt man die jungen Seehunde, die heulend nach ihrer Mutter rufen. Der Heulton dient der Mutter als Orientierungssignal, damit sie weiß, wo sich ihr Seehundbaby aufhält.

Da das Wattenmeer auch den Vögeln viel Nahrung bietet und auch die nötige Ruhe, kann man hier viele Vogelarten entdecken. Voran die Silbermöwe und die Küstenschwalbe, aber auch Austernfischer und Rotschenkel sind zu sehen. Hinzu kommen verschiedene Gänsearten, wie beispielsweise die schön gezeichnete Brandgans, mit ihrem roten Schnabel und den Ebenso roten Beinen. Dazu trägt sei ein schwarzweißes Gefieder mit einem rostbraunen Brustband. Als Entenvogel ist hier noch besonders die Eiderente zu erwähnen, die sich immer mehr an der Nordseeküste ausbreitet. Ebenso häufiger ist auch die Lachmöwe anzutreffen, die nach der Brutzeit ihr dunkelbraunes Kopfgefieder verliert und nur einen dunklen Fleck hinterm Auge zurückläßt.

Wegen der Vielfalt der Tiere und der Schönheit der Landschaft, werden immer größere Teile des Wattenmeeres zum Nationalpark und zum Naturschutzgebiet erklärt. Dies geht nicht immer im Einklang mit der Bevölkerung, die um ihre Einkommensquellen sich sorgen. Insbesondere die Fischer sind davon betroffen, denn ihre Fangquoten gehen seit Jahren immer weiter zurück und etliche mußten schon ihren Beruf aufgeben.

Was für sie bleibt ist das Geschäft mit den Touristen, die aber aufgrund der langjährigen wirtschaftlichen Flaute in Deutschland, ihr Portemonnaie auch immer enger geschnallt haben. Jedoch: die beste Werbung für die Nordseeküstenregion ist eine saubere, ruhige und schöne Erholungslandschaft!


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